Beziehungs-Frust statt Liebes-Lust Teil 2

12. Januar 2017
Mit jedem Date, das sich so anfühlt wie vergeudete Zeit, wächst die Frustration und es macht sich das Gefühl breit, niemals ankommen zu dürfen. Die Verkuppelungsversuche der besten Freunde gehen auch alle in die Hose, denn obwohl Tick, Trick und Track sowohl nett als auch klug als auch durchaus gutaussehend sind, fehlt ihnen das gewisse Etwas, dieser gewisse Funke Anziehungskraft, der wie ein Blitz einschlägt und alle bisher verschlossenen Türen wieder öffnet. Gerade als das hungrige Herz die Hoffnung aufgeben und die Suche abbrechen will, ist es plötzlich da, dieses andere pulsierende Herz, das im selben Rhythmus schlägt und sich so anfühlt wie... Zuhause.
Der Dopamin-Rush lässt nicht lange auf sich warten und entführt die frisch Verliebten in ungeahnte Gefilde der Glückseligkeit. Diesmal wird alles anders werden, sagt der hoffnungsvolle und doch verfälschte Blick durch die rosarote Brille. Denn kaum sind die letzten Schmetterlinge im Bauch abgestürzt vollzieht sich eine bekannte und doch tragische Metamorphose. Der schöne Prinz, der makellose, verwandelt sich wie schon die Prinzen zuvor, in eine fette hässliche Kröte. Die Prinzessin kann das alles nicht fassen, liegt das jetzt am miesen Karma? Hat sie vielleicht eine dunkle Fee am Tag ihrer Geburt verflucht? Wieso sonst immer wieder das selbe Spiel?
Die Antwort auf diese Frage ist verblüffend einfach, allerdings nicht weniger unangenehm, denn dass das Leben nicht so wie in einem Märchen verläuft, wird schnell klar, wenn der Seelenverwandte erst gefunden und nicht wie von Zauberhand alles gut geworden ist. Denn jetzt beginnt erst die richtige Arbeit. Dem eigenen Schatten zu entfliehen ist nicht möglich, er holt die Menschen ein, bis sie bereit sind sich ihm zu stellen und ihm ins Auge blicken. Nur wer sich auf den Weg der Heilung begibt und bereit ist, sich seine eigenen schmerzlichen Beziehungs-Muster anzusehen und deren Ursprung zu erkennen, kann sie auch überwinden. Auch wenn diese Wahrheit von den Wenigsten gerne gehört wird, sind alle primären Beziehungserfahrungen aus unserer Kindheit tief im Unterbewusstsein gespeichert. So tief, dass wir zwar keinen bewussten Zugang zu ihnen finden können, sie uns dennoch in unserer Partner-Wahl kontrollieren. Das sogenannte Arschloch-Gen, scheint dessen Träger eine besonders magnetische Anziehungskraft zu verleihen, da viele Frauen sich noch nicht von ihren cholerischen, alkoholabhängigen, emotional abwesenden Vätern lösen konnten. Viele Männer tappen immer wieder ihrem überkontrollierenden, manipulativen, emotional unterdrückenden Mutter-Archetypus in die Falle, der erst mit Süßigkeiten lockt, sich dann allerdings doch als Wolf im Schafspelz outet. Es scheint als hätten viele ein überaus unglückliches Händchen in Liebesangelegenheiten und auch wenn die Sehnsucht stark ist, fühlen sie sich wie verwundbare Rehlein die auf wackeligen Beinen stehend, noch einmal riskieren wollen sich verletzlich zu machen, doch wie paralysiert sind vom Scheinwerferlicht und vergessen zu laufen bevor es zu spät ist.