Beziehungs-Frust statt Liebes-Lust Teil 4

12. Januar 2017
Dann weißt du jetzt zumindest wo dein Beziehungs-Frust Wurzeln geschlagen hat. Denn wenn zwei verletzte Kinder, oder besser gesagt zwei Bettler aufeinander treffen, die noch nicht gelernt haben ein liebevolles Verhältnis zu sich selbst zu kultivieren, entstehen schnell erneut schmerzvolle Abhängigkeiten und die anfängliche Liebes-Lust verwandelt sich in den üblichen Frust. Emotionale Wunden sitzen tief und insbesondere Ablehnungs-Muster zu heilen ist ein oft langwieriger und schmerzlicher Prozess auf dem uns unsere Partner unterstützen, indem sie uns den Spiegel vorhalten und unsere Knöpfe so lange drücken, bis es endlich klick macht.
Die wenigsten Eltern wissen wie sie angemessen auf die Gefühle ihrer Kinder eingehen sollen und auch wenn es in der heutigen Gesellschaft an materiellen Gütern nicht fehlt, sind viele unserer Verletzungen Produkte einer Wohlstandsverwahrlosung.
Es reicht nicht die eigenen Kinder gut zu ernähren und zu kleiden, doch Eltern die sich nie Zeit genommen haben die eigenen Gefühle zu erkunden und zu heilen werden nicht verstehen wollen, was damit gemeint ist. Emotionen wurden noch bis vor wenigen Jahren wie ein Tabu-Thema behandelt, denn sie zu spüren ist oft nicht angenehm. Kindern werden nach wie vor gelobt für ihr angepasstes, „braves“ Verhalten, doch wehe sie wagen es sich in ihrer Ganzheit zu zeigen. Dann sind sie plötzlich böse Monster, die schnell in ihrem Zimmer verschwinden sollen, damit man sich mit ihrer Wut, ihrem Zorn und ihrer Trauer nicht konfrontieren muss. Diese emotionale Ablehnung führt zu Wunden, die schwer zu heilen sind. Dem Kind wird signalisiert, dass es sich nicht so fühlen darf wie es sich fühlt und dass es des Weiteren nicht richtig ist so wie es eben ist. Bis vor kurzem wurde es noch als erstrebenswert empfunden, die eigenen Gefühle zu unterdrücken bis sie sich letztendlich wieder in Form von Krebsgeschwüren bemerkbar machen. Doch die Zeiten ändern sich und immer mehr Menschen bemerken, dass die Lebensqualität stark vom Umgang mit den eigenen Emotionen abhängig ist. Nimm dir jeden Tag Zeit für dich, deine Gedanken und Gefühle, beobachte sie ohne darüber zu urteilen, fühle deinen Schmerz und nimm ihn an. Das ist alles was er will, gesehen zu werden, geliebt zu werden, wie das verletzte Kind das in jedem von uns schlummert. Nun sind wir auch schon beim wichtigsten Schritt angelangt, der unumgänglich ist wenn wir aus dem frustrierenden Beziehungs-Teufelskreis ausbrechen wollen.
Nicht ohne Grund stehen viele immer wieder vor der selben Hürde und auch wenn es schwer zu glauben sein mag, ist diese lästige Hürde im selben Moment eine große Chance. Um sie zu überwinden, müssen wir ausbrechen aus alten Mustern und je bewusster wir uns darüber sind, welche Prägungen unser Verhalten beeinflussen, umso leichter wird uns das letztendlich fallen.
Indem wir achtsame Beobachter werden, können wir uns davon befreien Opfer unserer Vergangenheit zu sein. Die dysfunktionalen Abhängigkeiten zu unseren Eltern zu lösen, denen wir Jahre lang ausgeliefert waren, ist möglich durch diverse emotionale Heilungsprozesse wie zum Beispiel „Inner Child Work“, die ich in einem weiteren Artikel genauer beschreiben werde.