Die Bedeutung der Ehe im Wandel der Zeit

27. Juli 2020

Die Gründe warum eine Ehe geschlossen wird, sowie die damit einhergehenden Veränderungen, haben sich im Laufe der Zeit rasant verändert. Zu Beginn der Menschheit existierte wohl Polygamie (Vielehe), die sich im Laufe der Zeit zur Monogamie entwickelt haben dürfte. Die Einehe wurde dabei als die höchst stehende Eheform betrachtet.

In der vorchristlichen Zeit schienen monogame Ehen an sich jedoch wenig verbreitet zu sein, erst mit dem Auftreten des Christen- und des Judentums und mit ihrer Auffassung der monogamen Ehe bei Adam und Eva fand diese Einzug in den Alltag der frühchristlichen Gesellschaft. Im Zuge der christlichen Missionierungen seit dem 15. Jahrhundert, sowie dem damit verbundenen Norm- und Wertewandel zu Gunsten der Bibel wurde die Monogamie in vielen Regionen der Welt zur vorherrschenden Eheform.

Vorrangig war sie für die Erfüllung gegenseitiger Interessen der Ehepartner verantwortlich, sie diente dem Zweck Bündnisse zu stabilisieren und war Spielball der religiösen und weltlichen Eliten.

Im römischen Reich galt die Ehe als Stütze der Gesellschaft, vor allem wenn es um die Befriedigung materieller Bedürfnisse ging. Es waren auch nicht alle Menschen automatisch von Geburt an in der Position eine Ehe eingehen zu können.

Im Mittelalter durften nur jene Menschen heiraten, die fähig waren eine Familie unterhalten zu können. Durch diese Regelung war es ca. der Hälfte der Bevölkerung überhaupt nicht möglich eine Ehe einzugehen.

Traditionell wird die Ehe als eine dauerhafte Verbindung zwischen Mann und Frau verstanden und endete mit dem Tod eines Ehepartners. Scheidungen oder gar gleichgeschlechtliche Ehen waren in der frühen Geschichte der Menschheit noch nicht vorstellbar. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein hatte die Kirche noch einen großen Einfluss auf die Formen des partnerschaftlichen Zusammenlebens. Es ging dabei darum, dass die Eheleute im geschützten Raum Kinder aufziehen sollten und geschlechtergetrennte Aufgabenbereiche übernahmen. Die Ehe entwickelte sich also von einer mittelalterlichen Vernetzung zu einer Wirtschaftsverbindung zwischen Mann und Frau. Dabei ging die Geschichte nicht gerecht vor, als dass Frauen oftmals eine Ehe eingehen mussten um ihre Zukunft finanziell abzusichern, während Männer meistens von einer Heirat profitierten, da die Abnahme häuslicher Tätigkeiten und die Versorgung der gemeinsamen Nachkommen durch die Frau ein erstrebenswerter Zustand war.

Seit Beginn der Neuzeit befindet sich die Ehe in vielen Ländern der Welt in einem Prozess der Säkularisierung und zunehmenden Verrechtlichung. In vielen westlichen Ländern geht die Zahl der Eheschließungen gegenwärtig zurück. Während es früher beinahe gesellschaftlich notwendig war zu heiraten und eine Familie zu gründen, ist die Ehe in der Gegenwart zu einer freiwilligen Form der Verbundenheit geworden. Diese Tatsache kann auch mit der Emanzipation der Frau oder dem generellen Wertewandel der westlichen Gesellschaft erklärt werden.

Die Ehe verlor auch ihre klassische Form der Verbundenheit zwischen Mann und Frau, als dass nun auch gleichgeschlechtliche Ehen legitimiert wurden. Ehen gelten nun nicht mehr als unbedingt notwendiges Konstrukt um die wirtschaftliche Unabhängigkeit zu gewährleisten und Paarbeziehungen sind vielfältiger und offener geworden.