APF | Psychologe Graz
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Digitale Demenz

15.8.2017
Was versteht man überhaupt unter dem Begriff digitale Demenz und worin liegen die Gefahren aber auch Vorteile des Medienkonsums? Welche Auswirkungen sind für Kinder und Jugendliche zu erwarten? Was können Eltern und Lehrer tun, um sich und ihre Kinder sicher durch die Informationsflut und die Welt der technischen Möglichkeiten zu navigieren? In den kommenden Blogs sollen diese Fragen aus pädagogisch-psychologischer und neuropsychologischer Perspektive betrachtet werden. Es sollen Dinge thematisiert werden, die sich erst in den letzten Jahren massiv verändert haben - denn die Generation Smartphone (siehe das Buch mit dem gleichnamigen Titel von Zimmermann, 2016) wächst mit dem Finger am Display heran, spielt im Kindergartenalter Computerspiele am Handy und besitzt im Volksschulalter Mobiltelefone. Die Chancen und Möglichkeiten dieses digitalen Zeitalters liegen auf der Hand: Digitales Lernen durch Lernvideos und Onlinekurse werden beispielsweise möglich, unheimlich breites Wissen ist weltweit und jederzeit abrufbar (Wikipedia). Faktum ist, die technischen Errungenschaften haben Auswirkungen auf die Bereiche Erziehung, Bildung aber auch Kommunikation (WhatsApp) und haben auch bereits die Berufswelt massiv verändert. Wenn sich ein Kind mit Smartphone-Apps, Youtube-Videos oder Computerspielen beschäftigt, sind manche Eltern besorgt andere, wenn sie sich ehrlich sind, vielleicht sogar froh. Es sind die Gefahren des Medienkonsums vor denen der Psychiater und Hirnforscher Prof. Manfred Spitzer so eindringlich warnt. Prof. Spitzer ist ein bekannter deutscher Psychiater und Hirnforscher, der ein Buch mit dem Titel „Digitale Demenz - bringen wir unsere Kinder um ihren Verstand?“ verfasst hat. Laut Spitzer gibt es einen Zusammenhang zwischen Digitalisierung und dem gehäuften Auftreten gewisser Krankheitsbilder wie Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen. Bei einer dementiellen Erkrankung kommt es zu einer zeitlichen, örtlichen und personellen Desorientiertheit des Erkrankten. Es geht um einen Verlust geistiger Fähigkeiten, der eben nicht nur Gedächtnisprobleme sondern auch durch den Gedächtnisverlust bedingte Desorientiertheit umfasst. Im Fall der Alzheimerschen Erkrankung, der häufigsten Form der Demenzerkrankungen, ist dies durch das Absterben von Nervenzellen bedingt. Spitzer verweist darauf, das durch den mangelnden Gebrauch gewisser Neuronen in bestimmten Hirnarealen, neuronale Verschaltungen gar nicht erst ausgebildet werden und somit später auch nicht genutzt werden können. Da sich aber schon unsere ganz Kleinen mit Begeisterung auf unsere Smartphones stürzen, ist auch hier ein bewusster Umgang und Expertise gefragt (siehe „Digitale Demenz“ Blog 2).