Formen der psychologischen Eheberatung

9. Februar 2021

In der psychologischen Paartherapie werden häufig Methoden aus der systemischen Paartherapie und der psychologischen Familientherapie eingesetzt, aber auch andere psychologische Methoden aus völlig unterschiedlichen Paartherapierichtungen kommen zum Einsatz und werden auch miteinander kombiniert. Dazu gehören sogenannte zirkuläre Fragen, die Verwendung von Metaphern oder der Einsatz von Rollenspielen. Oftmals wird auch die Lebensgeschichte der betroffenen Personen betrachtet, da Erfahrungen aus der Kindheit sich manchmal bis ins Erwachsenenalter hinein negativ auf die Persönlichkeit auswirken. Bei psychoanalytisch geprägten Arbeitsweisen wird verstärkt drauf geachtet, wie die aktuellen Konflikte mit der persönlichen Geschichte und der früheren Entwicklung beider Partner zusammenhängen. So können Stärken und Schwächen, sowie Ressourcen welche das Paar aus der Vergangenheit mitbringen, diskutiert werden. Dabei wird oft mit der sogenannten Mehrgenerationenperspektive gearbeitet. Bei der Mehrgenerationenperspektive geht es darum, dass wichtige Lebensthemen und Grundkonflikte aus der Familiengeschichte aufgearbeitet werden, die durch Erziehung oder frühkindliche Prägungen entstanden sind. Die psychoanalytisch orientierten Ansätze fokussieren sich dabei weniger auf das „hier und jetzt“, sondern viel mehr auf die Aufarbeitung von schwierigen Themen, deren Ursprung in der Vergangenheit liegt.

Ein enorm wichtiger Aspekt der zum Erfolg einer Partnerschaft beiträgt, ist die richtige Kommunikation. Wenn es an gesunder und offener Kommunikation mangelt, führt dies oft zu Schwierigkeiten in der Ehe oder in der Partnerschaft. Die Kommunikation „funktioniert“ dann nicht. Deswegen ist Kommunikationstraining eine wichtige Methode in der Paartherapie. Es geht dabei darum, dass die Personen lernen wie eine gesunde Kommunikation stattfindet und wie sie ein konstruktives Konfliktgespräch führen können. In den Paargesprächen kommt es oftmals zu Kommunikationsfehlern, bei denen sich beide Partner gegenseitig beschuldigen, sich Vorwürfe machen und sich über das Verhalten des Anderen beklagen. Das Gespräch geht ohne Lösung zu Ende und die Probleme werden unter den Tisch gekehrt, was dazu führt, dass Konflikte immer häufiger eskalieren. In der Paartherapie lernen die Menschen wie man ein konstruktives Gespräch führt und wie man sich in die Lage des anderen hineinversetzt.

Auch Mediationstechniken werden eingesetzt, vor allem wenn es um die praktische Lösung von Problemen geht. Zum Beispiel wenn es um die Einteilung von Alltagsarbeiten geht oder um die Kindererziehung. Der/Die PaartherapeutIn ist hierbei ein unabhängiger Part und versucht mit den Partnern zu einer gemeinsamen Vereinbarung zu gelangen, die die Interessen und Bedürfnisse beider Personen unterstützt. Letztendlich hängt der Erfolg einer Paartherapie vom Engagement der beiden Ehepartner ab. Diese müssen lernen an der Beziehung zu arbeiten und die Eigenheiten des anderen zu verstehen. Dabei müssen sie die Vorstellungen des anderen respektieren, gemeinsam eine schöne Zeit verbringen und dem anderen Bewunderung entgegenbringen. Der/Die PaartherapeutIn gibt den KlientInnen Anregungen dazu und hilft ihnen diese Fähigkeiten zu erwerben.