APF | Psychologe Graz
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Gefahren der digitalen Medien

8.1.2018

Wie mit all den Gefahren von digitalen Medien umgehen? Fortsetzung des Blogs vom 4. Oktober 2017

Die zunehmende Digitalisierung stellt Erziehende vor neue pädagogische Herausforderungen. Der Smartphone-Besitz bei Jugendlichen ist in den letzten Jahren enorm angestiegen (laut JIM-Studie auf 92% im Jahr 2015, 2010 waren es nur 14%). Die tägliche Nutzungsdauer des Internets liegt nach Selbsteinschätzung der Jugendlichen bei drei Stunden (Zimmermann, 2015). Wenngleich Kinder und Jugendliche heute „digital natives“ sind und mit den neuen Medien aufwachsen brauchen sie im Umgang mit ihnen Begleitung. 42% der Eltern reglementieren den Medienkonsum ihrer Kinder jedoch nicht (Karmasin, 2016). Das Kind übernimmt Ihre Werte und Mediennutzungsgewohnheiten von Geburt an. Nutzen Sie daher Ihre Vorbildwirkung. Reflektieren Sie ihre täglichen Mediengewohnheiten und gestalten Sie Ihren Medienumgang ganz bewusst! Setzen Sie Grenzen: Zeigen Sie Ihrem Kind zeitliche, inhaltliche und finanzielle Grenzen auf. Scheuen Sie sich nicht davor, es lohnt sich! Sorgen Sie für Sicherheit indem Sie jüngeren Kindern altersgerechte Suchmaschinen anbieten und Filterprogramme installieren! Vereinbaren Sie mit ihrem Kind von klein an klare altersabhängige Regeln hinsichtlich der Nutzung von Handy, Internet und Co. Diese Regeln sollten gemeinsam vereinbart werden, um die Akzeptanz zu erhöhen. Der Entzug von Fernsehgerät, PC-Spielen oder Handy sollte nicht als Strafe eingesetzt werden, da das Medium so nur an Bedeutung gewinnt. Das Handy ist für Jugendliche zentrales Kommunikationsmittel und das Verbot kommt einer Unterbindung sozialer Beziehungen gleich. Es empfiehlt sich, den Computer in den Gemeinschaftsraum zu stellen und eine Familienhandyladestation für abends einzurichten um Dauerkonsum zu vermeiden. Digitale Medien stellen kleine Kinder sofort ruhig, missbrauchen Sie diese aber nicht als Babysitter! Finden Sie gemeinsam Alternativen zu Medien z.B. medienfreie Familienabende. So demonstrieren Sie, dass man sich auch erholen kann ohne fernzusehen oder in ein Computerspiel zu versinken. Es geht um gemeinsam verbrachte Zeit - das schafft positive Erinnerungen. Diskutieren Sie wertschätzend über die Faszination gewisser Inhalte, Werte, vermittelte Rollenbilder und besprechen Sie versteckte Werbebotschaften. Bringen Sie dabei Chancen und Risiken der Medien zur Sprache - das bietet Raum für Orientierung. Die Expertenrolle vieler Jugendlicher kann man bestärken und positiv nutzen! Man sollte auf die Motive achten, warum der Jugendliche oft und gerne spielt, im Internet ist etc. Kindern und Jugendlichen sollten Erfolgserlebnisse außerhalb der Medien verschafft werden und die Möglichkeit geboten werden, spielerisch Grenzen auszutesten und soziale Anerkennung zu bekommen indem man zum Beispiel kulturelle, sportliche und kreative Freizeitbeschäftigungen fördert.