APF | Psychologe Graz
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Liebling wir haben ein Monster erschaffen!

22.2.2017
Wie Unkraut keimen sie aus dem Boden, tief in einem narzisstischen Kulturkreis verwurzelt, der vom Verfall der Werte geprägt ist, mit Geld als neuer Religion, sind sie Opfer einer Wohlstandsverwahrlosung, übersättigt von materiellen Besitztümern, doch hinter ihren Masken bleiben sie stets hungrig und leer.
Eine zugekokste Vieh-Herde- vom Konkurrenz-Denken besessen, drängen sich die debilen Schafe gegenseitig immer weiter auf den Abgrund zu.
Blutegel, Energie-Vampire, skrupellose Tyrannen ohne Anstand und Mitgefühl, getarnt als strahlende Adonisse im Superman-Kostüm ‐ das sind sie die neuen Narzissten. Sie sind Produkte einer kranken Gesellschaft, Zeichen der Entartung, Kreaturen die ihre Menschlichkeit verraten und sich zur Gänze von sich selbst entfremdet haben.
Die Frage, wann man von exzessiver Nutzung von Internet bzw. Computerspielen sprechen sollte oder tatsächlich von Sucht, ist in der Fachwelt nicht restlos geklärt. Bisher ist Internetsucht nicht als Verhaltenssucht anerkannt. Es ist im aktuellen Diagnosesystem DSM-5 von einer „Internet-gaming-disorder“ also von Störung die Rede. Die Verfügbarkeit und der günstige Zugang erhöhen die Gefahr des Verlusts der Kontrolle über die Nutzung. Rollenspiele wie „World of Warcraft“ ermöglichen es, mit der eigenen Identität zu spielen, sich mit anderen zu messen. Es entsteht ein Flowzustand, Weltvergessenheit. Auf der Suche nach Erfolg und Anerkennung kann sich leicht ein problematisches Spielverhalten entwickeln. Bei Verdacht auf Vorliegen einer Sucht, sollte das Elternteil seine Sorge kundtun und begründen. Das Signalisieren von ehrlichem Interesse und das Anerkennen der Leistung beim Spiel könnte die Basis dafür darstellen, gemeinsam alternative Beschäftigungen zu finden.