Liebling wir haben ein Monster erschaffen! Teil 4

22. Februar 2017
„Dieses Kind wird ein langes Leben haben, wenn es sich selbst nicht kennenlernt!“ diese Worte verkündete das Orakel Teiresias, der Nymphe Leiriope, die sich Sorgen um ihren bildschöner aber gar kaltherziger Sohn Narkissos machte. Das „SICH SELBST NIE KENNEN LERNEN“, war des Jüngling größter Segen als auch Fluch zugleich. Denn die Schmach seiner Herkunft zu ertragen, wären Höllenqualen für ihn gewesen. Leiriope war ein Vergewaltigungsopfer, schwer traumatisiert, schwanger vom Flussgott Kephissos ihrem skrupellosen Schänder, gebar sie die Saat eines Verbrechens. Narkissos darf sich niemals erkennen, denn der Schmerz wäre zu groß. Ohne Wurzeln ist der Junge ein Fähnchen im Wind, sein Selbst so schwach, das ein Kieselsteinchen die Reflexion seines Spiegelbildes im Teich zerstören und ihn völlig nackt und hilflos zurück lassen könnte.
Ähnlich ist es um seine Nachkommen beschert, deren grandiose ICH-Konstrukte beim kleinsten Funken Kritik in sich zusammen brechen und nichts als Leere und Depression zurück bleiben. Ist das Bild im Außen erst zerstört haben die Narzissten nichts mehr woran sie sich klammern können. Deshalb sind sie auf der Flucht und laufen schnell davon vor ihrem Schatten, bevor er sie heimsucht und verschlingt. Rastlos streben sie nach Macht und Mitteln, alle Zeichen ihrer Selbstablehnung zu unterdrücken. Hilflosigkeit, Ohnmacht, Schwäche- wie sehr verachtet der Narzisst diese Attribute in anderen, da er selbst nie gelernt hat sich in seiner Ganzheit anzunehmen und zu akzeptieren. Stets nach Glück und Erfüllung strebend, erreicht er sie nie, denn er sucht an den falschen Stellen. Geleitet von hedonistischen Gelüsten, befriedigt er seine Triebe, ist abhängig von externen Reizen, ein kleiner Hamster in seinem Rad, nie kann er zur Ruhe kommen, da er Angst vor der Leere hat. Darum machen die Narzissten weiter wie bisher, wollen mehr erreichen, mehr besitzen, mehr tun um mehr zu haben. Das Streben nach Erfolg ist oft eine Falle, verlockendes Gift, Verwahrlosung im Glitzer-Look, denn es resultiert aus dem Gedanken niemals gut genug zu sein.
Als Plädoyer daher die Bitte an alle Eltern sich auf die richtigen Werte zu besinnen, ihre Kinder nicht abzuschieben wie lästige Anhängsel, sie den ganzen Tag vor die Glotze zu setzen und um Gejammer zu vermeiden, mit Junkfood vollzustopfen. Ihnen alle materiellen Wünsche zu erfüllen um Trotzreaktionen aus dem Weg zu gehen ersetzt keine Liebe. Sie besitzen zu wollen und zu manipulieren, erzeugt weitere ICH-Schwache Wesen, die gefundenes Fressen für ein System sind, das immer auf der Suche nach neuen Sklaven ist. Auch Kindern die Macht zu geben sich von ihnen tyrannisieren zu lassen, ist eine Entscheidung die Opfer treffen aber keine mündigen Erwachsenen. Nicht immer ist der Weg des geringsten Widerstandes der Richtige und um Menschen mit Tiefgang zu erziehen, die sich selbst kennen lernen dürfen, muss man sich mit den eigenen verdrängten Aspekten konfrontieren. Unseren Kindern ihre Essenz, die Liebe ist, nicht zu nehmen, sie zu begleiten auf ihrem Weg, ganz egal in welche Richtung sie wachsen, ohne diese zu manipulieren, sie frei zulassen wie kleine Vögel die Heimkehren dürfen zu sich selbst- ist das größte Geschenk das man ihnen machen kann.