Wenn Liebe krank macht

10. November 2020

Nicht jede Paarbeziehung, Freundschaft oder Ehepartnerschaft führt zu dem ganz großen Glück, wie es oft in Filmen oder Serien veranschaulicht wird. Eine dauerhafte Paarbeziehung mit jemanden einzugehen ist äußerst schwierig. Manchmal macht sie uns sogar psychisch krank und endet in einer sogenannten toxischen Paarbeziehung. Viele EhepartnerInnen haben das Gefühl in ihrer Beziehung nicht richtig wertgeschätzt zu werden. Sie fühlen sich oftmals minderwertig und verbiegen sich um dem Ehepartner zu gefallen.

Von außen betrachtet wirken solche Paarbeziehungen oft seltsam, man kann nicht verstehen warum die- oder derjenige überhaupt noch in einer Paarbeziehung verweilt, obwohl sie einen psychisch krank und unglücklich zu machen scheint und keineswegs auf Augenhöhe stattfindet. Doch das ist genau der Schlüsselpunkt einer toxischen Beziehung. Die panische Angst verlassen zu werden, lässt den Ehepartner in einer Paarbeziehung mit einem anderen Menschen verweilen, der eindeutig einen schlechten psychischen Einfluss auf sie ausübt und deren Aufrechterhaltung mehr Kraft kostet als sie gibt.

Physischer und psychischer Missbrauch sowie Unterdrückung und Egoismus können Kennzeichen dafür sein. Oftmals verändert sich die Persönlichkeit des Ehepartners, die in einer toxischen Paarbeziehung gefangen ist. Die ständige Angst verlassen zu werden und die gleichzeitige, systematische Unterdrückung durch den Ehepartner, führen dazu dass die Person oft labiler, in sich gekehrter und trauriger wird als sie es zuvor war.

Der erste Schritt um aus einer toxischen Beziehung zu entkommen ist der Glaube an sich selbst. Es ist wichtig auf sein Bauchgefühl zu vertrauen und sich selbst wertzuschätzen, sowie anzuerkennen, dass man auch ohne den jeweiligen Ehepartner leben kann. Außerdem sollte das Schweigen gebrochen werden. Das Gespräch mit FreundInnen oder auch mit einem/r PaartherapeutIn oder einem Psychologen kann oft helfen einen Ausweg aus dieser Misere zu finden. Das Leben in einer toxischen Paarbeziehung verursacht bei den Betroffenen oft einen immensen Leidensdruck. Das Abhängigkeitsgefüge hierbei zu durchbrechen ist oft extrem schwierig und erfordert Zeit und den nötigen Mut die Paarbeziehung zu beenden.

Neben toxischen Paarbeziehungen gibt es aber auch das Problem der obsessiven Liebe oder des Liebeswahns. Hierbei ist man vom Ehepartner derart eingenommen und besessen, dass man sie/ihn einengt und jederzeit kontrollieren will. Problematisch wird es dann, wenn die andere Person diese Art von Liebe nicht erwidert. Obsessive Liebe kann zu Stalking und auch anderen kriminellen Handlungen führen. Oftmals ist der/die Betroffene auch derart vom anderen Ehepartner eingenommen, dass er/sie sich selbst vergisst und praktisch nur mehr für die/den anderen lebt. Dies kann wiederum zu Psychosen oder ähnlichen psychischen Erkrankungen führen. Oft resultiert diese Art der Liebe aus Unsicherheit oder Angst allein zu sein. Der/Die obsessiv Liebende richtet seine/ihre ganze Aufmerksamkeit auf den/die andere Ehepartner/in und lässt sich selbst dabei völlig außer Acht.

Wichtig um aus diesem Liebeswahn zu entkommen ist Selbstbeherrschung und Introspektion. Man muss sich der Realität stellen und ein Bewusstsein dafür entwickeln wie weit Liebe gehen kann. Auch hier kann das Gespräch mit einer/m PaartherapeutIn oder einem Psychologen hilfreich sein.